Robert Lazar
Der wohl bekannteste Insider in Bezug auf Area 51 und die benachbarte Site-4 am Papoose Lake ist der Physiker Robert Lazar, der später von den Medien auch als „The Bob“ bezeichnet wurde. Die folgende Geschichte fasst grob seine Aussagen in diversen Interviews zusammen. Robert Lazars Schilderungen sind in vielerlei Hinsicht höchst beeindruckend, oft aber auch mehr als verwirrend und widersprüchlich. Letztendlich bleibt jedoch nichts anderes übrig, als seine Aussage ohne Gewähr wiederzugeben, denn beweisen lässt sie sich – zumindest zurzeit – leider nicht, obwohl überraschenderweise durch neue Erkenntnisse aus dem chemischen Bereich der Transuran-Forschung einige interessante Details auftauchte. Doch darauf wird später noch ausführlich eingegangen. Hier erstmal seine Aussage ohne große Umschweife, Konjunktive und andere Ausschmücke.
Im Jahre 1982 hielt Edward Teller einen Vortrag gegen die Anti-Atombewegung in der, als Atomstadt einschlägig bekannten, Stadt Los Alamos. Kurz vor Beginn seiner Rede lernte Teller zufällig einen Mann kennen, der einen Raketenantrieb für sein Auto entworfen hatte, das an Effektivität und Sparsamkeit über andere Modelle zu stellen war. Nach einer kurzen Konversation verloren sich die zwei Physiker aus den Augen. Dieser Mann war der – damals 23-jährige – Physiker Robert S. Lazar.
Erst nach ein paar Jahren, als Lazar nach einem Abstecher in die Fotobranche wieder in die Wissenschaft zurückwollte, meldete er sich bei Teller, der ihm letztendlich in das geheimste aller Projekte führte, das man sich vorstellen kann: Forscher auf der Site-4 am Papoose Lake
Bei einem Bewerbungsgespräch, das laut seinen Angaben von der ONI (Office of Naval Intelligence = Marinegeheimdienst) geführt wurde, löste er sogar schwierigste technische Problemstellungen und bekam schließlich eine Stelle „auf einem außerhalb der Stadt befindlichen Gelände“, wobei seine Aufgabe in der Arbeit an Antriebstechnologie liegen sollte. Kaum auf Area 51 angekommen, wurde von ihm verlangt mit einer Unterschrift seine gesamten Bürgerrechte abzugeben. So erklärte er sich mit unangemeldeten Hausdurchsuchungen ebenso einverstanden wie mit der ständigen Überwachung seiner Person am Arbeitsplatz. Diese – eigentlich verfassungswidrige – Forderung wurde, so Lazar, per Ausnahmebestimmung von Ronald Reagan legalisiert.
Von Area 51 fuhr er mit einem verdunkelten Bus etwa eine halbe Stunde auf einer unbefestigten Schotterstraße, bis er durch die Frontscheibe ein Schild mit dem Text „Area S-4“ oder „Tech Area S-4“ passierte. Auf dieser Basis (höchstwahrscheinlich Papoose Lake/Site 4) angekommen, wurde er diversen medizinischen Tests unterzogen, die seine Allergien gegen – ihm unbekannten – Substanzen testen sollten. Des Weiteren erhielt er zahlreiche Mappen, von denen eine Fotos von Außerirdischen und neun verschiedenen UFOs enthielt. Wie das Militär an die Flugobjekte herangekommen war, stand nicht in den unzähligen Ordnern, doch woher sie kommen, glaubt Lazar zu wissen. In den Aufzeichnungen befanden sich Notizen, dass sie aus dem Sternenbild Retikulum und vom Planeten Zeta-2, der in 37 Lichtjahren Entfernung leuchtet, stammen. Kurz nach Entdeckung des Planeten wurde diese aber vom Militär aber auch wieder dementiert.
Kleines Detail am Rande: Die großen, sehr dunklen Membranen, die von Zeugen des Öfteren beschrieben wurden, könnten sich im Laufe der Evolution als natürlicher Schutz gegen die dort herrschende höhere Ultraviolettstrahlung ihrer Heimatsonne herausgebildet haben. Reine Spekulation, die aber faszinierende Rückschlüsse ergibt.
Auch den enormen psychischen Druck bekam er schnell zu spüren. Auf einen Wissenschafter kamen nicht weniger als drei Wachleute, die Unterhaltungen weitgehend verbaten und teilweise sogar unter Androhung von Folter einschüchterten.
In einem der, in den Berg hinein gebauten Hangars, sah schließlich Lazar eines dieser diskusförmigen Flugobjekte. Im Vorbeigehen strich er über die perfekt wirkende Oberfläche und ihn ließ das Gefühl nicht los, dass das aus einer exotischen Legierung besaß; hier reichten seine Sachkenntnisse jedoch nicht aus. Auffallend jedoch, dass dieses Objekt sowohl innen, als auch außen aus einem Stück gemacht zu sein schien. Keine Ecken, keine Säume, einfach nur erschreckende Perfektion.
Sein – wie er später sagt – einziger Beitrag zu diesem Projekt bestand in der Identifizierung des Elements 115, das die Energiequelle darstellt.
Der Auftraggeber machte auch nicht nur einmal von der Möglichkeit der Hausdurchsuchung Gebrauch. Agenten des Büros für Bundesnachforschungen OFI (Offive of Ferderal Investigations) statteten immer wieder unangemeldete Besuche ab und durchsuchten Lazars Haus sowie seine Sachen. Zwei Verwandte konnten diesen Vorfall – den der ausführende Agent Mike Thigpen später leugnete – bestätigen. Auch interessant ist der Umstand, dass Lazar überhaupt von jenem oben erwähntem OFI wusste, da diese Behörde außerhalb dieser Kreise kaum jemand kennt.
Aus den aufgezeichneten Telefongesprächen ging hervor, das Bobs Frau eine Affäre hatte, wodurch er bei Bekannt werden dessen zum psychologisch instabilen Risikofaktor für das Projekt werden könnte. So entschloss man sich, Lazar nicht darüber zu informieren, dafür aber die Abstände seiner Arbeitseinberufungen zu verringern.
Als – aus ebendiesem Grund – längere Zeit kein Anruf mehr erfolgte, platzte Lazar vor seinem besten Freund Gene Huff mit seiner Geschichte heraus und so kam es, dass die zwei und Bobs Familie eines Mittwoch Abends hinaus vor die Tore von Area 51 fuhren, um Tests zu beobachten. Lange blieben sie jedoch nicht ungestört, denn nach einiger Zeit passierte ein Security-Jeep das Auto, sodass sich Lazar schnell versteckte, um nicht in eine schwierige Situation zu geraten.
Am nächsten Tag sollte Lazar wieder nach S-4 fliegen, doch sein Boss teilte ihm mit, dass stattdessen der Stützpunkt in Indian Springs das Ziel sei. Das „Warum“ erübrigte sich, durch dessen Aussage: „ man war der Ansicht, er habe verstanden, dass „streng geheim“ nicht bedeutete, die ganze Familie nach draußen zu fahren, um Flugscheibentests zu beobachten.“ Die Sicherheitsleute hatten beim nächtlichen Ausflug das Auto die ganze Zeit mit Nachtsichtgeräten überwacht, und so auch den – vermeintlich versteckten – Lazar bemerkt.
Auf dem Stützpunkt wurde Bob von Personal mit einer Waffe bedroht, angebrüllt und von einem FBI-Agenten darauf hingewiesen, dass er ohne großartige Konsequenzen auf der Stelle umgebracht werden konnte. Dann wurde ihm die Sicherheitsfreistellung entzogen und darauf hingewiesen, dass bei der nächsten „Besichtigungstour“ alle wegen Spionage verhaftet würden. Ironischerweise wurde noch angemerkt, dass Lazar sich in sechs bis neun Monaten erneut um die Stelle bewerben konnte.
Kurze Zeit nach diesem Aufenthalt erhielt Bob wieder einen Anruf, er solle zurück zur Test Site, doch er zweifelte daran, dass da auch ein guter Grund dafür bestehe und so entschloss er sich an die Öffentlichkeit zu gehen. Trotz mehrerer Morddrohungen, blieb er gelassen und meinte nur, wenn die Leute von S-4 wirklich vorhätten, ihn umzubringen, würden sie ihm das bestimmt nicht vorher groß und breit erzählen.
Robert Lazar - Desinformant oder "Whistle Blower"?
Wie bei allem im Leben, sollte sich jeder Leser seine eigene Meinung zu Lazars Geschichte bilden. Zu seiner Geschichte, die genau so viele Lügen, wie tatsächlich wahre Tatsachen enthält, gibt es mehrere Theorien. Während manche ihn als kompletten Lügner bezeichnen, glauben auch viele, dass er absichtlich gewisse Dinge zu sehen bekam, und so unfreiwillig zum Desinformant wurde. Eines sei vorweg gesagt: Bis heute ist weder das eine noch das andere nachgewiesen und niemand kann mit absoluter Sicherheit sagen, ob Robert Lazar entsprechende Erlebnisse auf S-4 hatte oder nicht. Doch bei seiner Geschichte sollte man im Prolog erwähntes Prinzip besonders berücksichtigen: nicht nur schwarz (lügt) oder weiß (sagt Wahrheit) sehen, sondern auch versuchen ein paar Graustufen zu tolerieren.
Das erste, was suspekt erscheint, wenn man sich Lazars Personalien anschaut, ist sein relativ junges Alter. Als er Site-4 verließ hatte er gerade mal sein dreißigstes Lebensjahr erreicht.
Um Lazar gibt es eine ganze Reihe ungewöhnlicher Vorgänge. Doch immer noch zu den härtesten Brocken zählen seine Ausbildungslaufbahn beziehungsweise fehlende Informationen darüber. Diese ist ein einziger unbewiesener Wirrwarr, geschmückt mit Lehrern, die sich nicht an ihn erinnern können und Schulen, an denen er nie gewesen zu sein schien. Und doch musste er sich seine unbestritten hohe Intelligenz irgendwo angeeignet haben. In mehreren Gesprächen mit Physikern der LANL (Los Alamos National Laboratory) bewies Lazar, dass er wusste wovon er sprach. So kam es, wie er sagt, dass er 1982 eingestellt wurde. Und wieder stritten die vermeintlichen Arbeitgeber schlichtweg ab, dass ein Robert Lazar jemals für sie gearbeitet habe. Schließlich wurde in einem speziellen LANL-Telefonbuch der Name von Lazar entdeckt, doch es hieß noch immer von offizieller Seite, dass keine Aufzeichnungen über ihn vorhanden waren. Im Laufe der Zeit gaben die LANL zu, eine Personalnummer von ihm zu haben, da er für einen Subkontraktor namens Kirk-Mayer gearbeitet habe. Diese Firma hatte jedoch keine Aufzeichnungen mehr, da selbige angeblich nur wenige Jahre aufbewahrt werden würden.
Robert Lazars Behauptung, man habe aus ihm eine Unperson gemacht, steht auf keinen sicheren Füßen. Den Großteil seiner Glaubwürdigkeit hatte er sich durch mehr oder weniger plumpe Aussagen selbst verspielt. Als er ohne zu zögern vor laufender Fernsehkamera davon erzählte, in Las Vegas für ein Bordell ein Videosystem installiert zu haben, wurde ihm kurzerhand der Prozess wegen Zuhälterei gemacht, da Prostitution in Las Vegas illegal ist. Folglich bekam er eine dreijährige Bewährungsstrafe und wurde zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet. Was aber am meisten darunter litt, war seine angeschlagen bis vollständig zerstörte Glaubwürdigkeit.
Lazars Geschichte als Ganzes ist in höchstem Maße komplex und ihn in eine Schublade zu stecken ist nicht möglich. Während der WirrWarr um seine Ausbildung und diverse unglaubwürdige, physikalische Details seine Glaubwürdigkeit eher zerstören, hat er sich doch in diversen unwichtigeren Aussagen nie widersprochen. So bestand er angeblich Tests mit ehemaligen Mitarbeitern von Area 51, die ihn nach diversen banalen Einzelheiten wie der Bezahlungsart in der Cafeteria und deren Position ausfragten. Tests mit Lügendetektoren fielen höchst unterschiedlich aus. Während er einen bestand, fiel er im anderen durch, was dazu führte, dass vier weitere, unabhängige Test durchgeführt wurden, die seine Glaubwürdigkeit zu untermauern schienen. Allerdings hätte er auch eine Geschichte wiedergeben können, die sich zwar zugetragen hat, aber nicht mit ihm.
Im August 1990 fand sich ein Formular, dass offenbar seine Beschäftigung beim Marinegeheimdienst belegt. Es handelte sich um ein so genanntes W-2-Formular zur Lohn/Einkommensteuer von 1989. Der niedrige Lohn von 950 Dollar fiel sofort auf und verwundert, denn selbst wenn sich Lazar dieses Formular selbst besorgt und ausgefüllt hätte, hätte er doch einen höheren Betrag wählen können. Eine Nachprüfung unter Bobs Sozialversicherungsnummer ergab keinerlei Einträge seit 1983. Interessant jedoch, dass der Computer, bei dem Versuch, den letzten Arbeitgeber herauszufinden eine Sicherheitsverletzung meldete. Offenbar dürfte Lazar an klassifizierten Projekten beteiligt gewesen sein. Auch die Nachforschung beim Finanzministerium nach der Arbeitgebernummer brachte nur die Auskunft, dass die Nummer nicht in Verwendung sei. Auch hier nicht ohne interessanten Beigeschmack, denn es sei angeblich nicht möglich, herauszufinden, ob diese Nummer schon einmal in Verwendung war. Schwer vorstellbar dass das mächtige Finanzamt, das herausfinden kann, wie viel jeder Bürger in einem Quartal für Gastronomie ausgegeben hat, nicht ermitteln kann, ob eine Arbeitgebernummer schon einmal in Verwendung war oder nicht. Beim besten Willen ist diese Aussage nicht glaubwürdig.
Edward Teller antwortete einmal– direkt auf Lazar angesprochen – sehr seltsam:„ [...] kenne ich nicht [...] vielleicht kenn ich ihn [...] Sie bedrängen mich hier mit Fragen, die ich nicht beantworten möchte“, sagte er kurz nachdem er die Bekanntschaft zu ihm abgestritten hat. Es wurden weiters Behörden direkt aufgefordert, eine offene Stellungnahme zu beziehen und Lazar als Lügner zu bezeichnen, doch es folgte nirgends eine Reaktion.
Ob Robert S. Lazar nun ein Desinformant, Lügner oder ein so genannter Whistle Blower (Zeuge aus einem Insiderkreis, der ihm bekannte Informationen unter der Hand weitergibt) ist, bleibt ungeklärt, und lässt sich auch – wie in diesem Teil ersichtlich geworden ist – nicht so einfach beurteilen. Die meisten Leute sind nur bereit zuzuhören, wenn sie mit absoluter Sicherheit sagen können, dass die Geschichte wahr ist, beziehungsweise wenn nicht, die Idee dahinter schnell verworfen wird, egal, welche anderen Einsichten sie anzubieten haben könnte. Lassen wir also Bob und seine Geschichte ruhen, bis neue Erkenntnisse ihm Rückenwind oder aber Schiffsbruch bescheren.